miercuri, ianuarie 26, 2011

Mâine, 27 ianuarie 2011, la orele 12,40 (ora României), se va vorbi despre mine şi scrisul meu la Radio Österreich 1 din Viena. Se va şi citi - aşa cum mi s-a spus - povestirea mea "Der Diskretionsabstand/ Distanţa de discreţie" (traducere de Aranca Munteanu), aici  Există şi un anunţ în programul acestui radio important. Iată-l mai jos:

Radio Österreich 1
Literatur, Terra incognita - Rumänien
Donnerstag
27. Jänner 2011
11:40


Vasile Baghiu: "Der Diskretionsabstand". Aus dem Rumänischen von Aranca Munteanu

Er schreibt Gedichte, seit er 15 ist. Sie halfen ihm durch die verschiedenen schweren Zeiten: die des "brüllenden Kommunismus" und die seiner täglichen Konfrontation mit Krankheit und Tod. Poesie hat Zukunft, davon ist Vasile Baghiu überzeugt.


Überlebensmittel Poesie

 

Das Schreiben überfiel ihn wie eine Krankheit. Es packte ihn, ließ ihn nicht mehr los. Im Geheimen verglich er sich mit jenen Unheilbaren, denen er, der Krankenpflege-Schüler, erst theoretisch begegnet war. Das Schreiben setzte einen Filter zwischen ihn und den anderen, einen "Diskretions-Abstand" (so der Titel der sehr autobiografischen Erzählung, die in der Anthologie "Grenzverkehr II. Unterwegs" im Drava Verlag erschienen ist).

Es quälte ihn, verlangte seinen ganzen Einsatz, sein ganzes Hirn, seine ganze Seele. Und es gab ihm mehr Kummer als Befriedigung. "Die Bibliothek versklavte mich und erstickte meine Möglichkeit, das Leben direkt zu erkennen. Diese katastrophale Prädisposition zur Träumerei verwandelte mich, ohne auch nur ein bisschen zu übertreiben, in eine Art Behinderten." Einen Isolierten...

Der "Sanatoriumsdichter"

 

Er nahm dieses Schicksal an. Er begab sich in die Isolation. Er nahm eine Stelle an einem der bekanntesten Lungensanatorien Rumäniens an, in Bacau. Und er schrieb und schrieb. Ab und zu wurde ein Gedicht von ihm gedruckt, an und zu wurde er zu einer Lesung eingeladen. Seinen Spitznamen "Sanatoriumsdichter" verpassten ihm die "Fröhlichen", die - wie er in der Erzählung "Der Diskretionsabstand" schildert - Poesie wie eine Technik betrieben, und nicht wie eine persönliche Herausforderung und Herzensangelegenheit.

Und dann trat Himerus Alter in sein Leben. "Alles begann am 21. August 1988, als ich mich im Hause meiner Schwester befand, wo ich rauchte, einen chinesischen Tee genoss und im Radio die Kommentare einer italienischen Ansagerin hörte. Und plötzlich, gegen 16:30 Uhr, kam ich auf die Idee, ich hätte ein anderer sein können, sagen wir ein Mann, der in Palermo oder in irgendeiner italienischen Stadt lebt. Ich hätte dann aus der Perspektive jenes Universalbürgers geschrieben, für den es die geografischen, aber auch die zeitlichen Grenzen nicht gibt. Und ich schrieb. Ich wurde schon ein anderer und von einer Art Fieber erfasst, sodass ich über nichts und niemanden um mich herum mehr wusste."

Seine Gedichte schrieb er nun aus der Sicht dessen, der problemlos reisen konnte: Himerus Alter. Und Himerus reiste unermüdlich. Venedig, Tokio, Wien, Rio... Manchmal wurde das eine oder andere Gedicht von Himerus Alter veröffentlicht, aber die lockenden, fremden Städtenamen waren immer sorgfältig ersetzt worden.

Reisen im Kopf

 

Himerus Alter war der Taufpate dessen, was Vasile Baghiu "Chimärismus" nannte: "die Möglichkeit zu simulieren, ohne das Risiko, den Raum dessen, was die Theoretiker Fiktion nennen, zu betreten, ohne also andere Elemente zur Poetik des Imaginären hinzuzufügen. Chimärismus erfindet nicht 'Geschichten', sondern 'parallele Wirklichkeiten'." Und weil man sich dadurch an den portugiesischen Dichter Fernando Pessoa erinnert fühlte, der vier Personen erfand und in ihre schreibenden Persönlichkeiten schlüpfte, nannte man Vasile Baghiu bald den "rumänischen Pessoa".

Und dann gab es keinen Kommunismus mehr, keine Reisebeschränkungen, keine fröhlichen Redakteure, die ihm rieten, fröhlichere Gedichte zu schreiben, und die exotischen Städtenamen aus seinen Gedichten herauskürzten. Baghiu reiste. Er wurde in Dichter-Residenzen eingeladen. Er war in Schottland, Österreich, der Schweiz, in Deutschland. Sein Aufenthalt in Langenbroich am nördlichen Rand der Eifel war - vielleicht - besonders beeindruckend, denn er lebte in dem (ehemaligen) Bauernhof, den Heinrich Böll bewohnte, und in dem der aus der Sowjetunion ausgewiesene Alexander Solschenizyn Zuflucht fand.


Die wahre Kommunikation

 

Viel gäbe es noch zu erzählen, etwa, dass er nicht der einzige Schriftsteller in seiner Familie ist - sein Vater verarbeitete die traumatischen Erlebnisse seiner zehn Jahre im sibirischen Gulag als Kriegsgefangener in umfangreichen Memoiren, sein Sohn hat begonnen, Kurzgeschichten zu schreiben. Oder dass seine Familie stolz auf ihn ist, weil er nicht aufgegeben hat zu schreiben. Oder dass er der unbedingten Überzeugung ist, dass die Poesie in unserer schnellen Zeit, in der das Wort "Kommunikation" groß geschrieben wird und die Menschen doch weniger miteinander kommunizieren als jeher, eine wunderbare Chance bietet: echte Kommunikation.

Gestaltung: Friederike C. Raderer 

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